Atemschule Klara Wolf

bildungsarbeit

Zum Gedenken an Maja Wolf

Sie hat ihr Leben der Atemschulung gewidmet. Mit viel Leidenschaft und unermüdlichem Arbeitseinsatz hat sie die Atemschule Methode Klara Wolf mitgeprägt und zahlreiche Atempädagoginnen fördernd begleitet und ausgebildet.

Nun ist Maja Wolf, (geboren am 25. Oktober 1943, gestorben am 16. August 2026) überraschend von uns gegangen.

Sie war buchstäblich ein Kind der „Atemschule Methode Klara Wolf“, welche Ihre Mutter Klara am Wildenrain in Brugg einrichtete. Dort wuchs Maja mit Ihren Geschwistern auf und begann mit Ihrer Mutter zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit Ihren Schwestern wurde sie Teil der Schule und übernahm schliesslich deren Leitung.

Sie organisierte und gab Atem-Kurse, hatte nun aber auch die alleinige Verantwortung für die Ausbildung zukünftiger Atempädagoginnen. Ein für sie ganz wesentlicher Aspekt in der Ausbildung war, ihre Seminaristinnen individuell, gemäss deren körperlichen wie auch seelischen und geistigen Voraussetzungen abzuholen und zu fördern. Und ganz nach diesem Prinzip gab sie den zukünftigen Atempädagoginnen nicht nur einen Schatz an praktischen Übungen und Vermittlungswerkzeugen an die Hand, sie wollte sie befähigen, genauso individuell und einfühlsam auf deren Kursteilnehmerinnen eingehen zu können.

Maja entwickelte die Methode der Integralen Atem- und Bewegungsschulung, die ihre Mutter erarbeitet hatte, ständig weiter: Sie war immer auf der Suche nach neuen Bewegungsmustern und -abläufen. Sie variierte und verfeinerte ständig Übungsfolgen und die Art der Vermittlung, um deren Wirksamkeit auf das Befinden zu verbessern. Ein Bewegungsmensch durch und durch. Neben den 25 ausführlichen Lehrmitteln für die Ausbildung hat sie auch das Standardwerk der Methode ihrer Mutter „Integrale Atemschulung“ überarbeitet und ein weiteres Buch „Atemkraft – Lebensmut – Gelassenheit“ mit Übungsprogrammen herausgegeben.

Genauso wichtig waren ihr auch die physiologischen Voraussetzungen und Zusammenhänge, auf denen sich die Wirkung der Methode gründete. Sie bildete sich weiter, suchte nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die in ihre Arbeit einflossen und die Methode stärkten.

Die Atemschule nahm einen sehr grossen Platz in Ihrem Leben ein. Ihr Engagement, ihr Respekt und ihr Einfühlungsvermögen für die Menschen, die sie zeitlebens unterrichtete, war bewundernswert. Und auch, dass sie selbst sich immerzu weiterentwickelte, sich weiterbewegte soll uns als Vorbild dienen.

Der wesentliche Sinn und das Ziel ihrer Unterrichtsarbeit war – und das kam nicht ausschliesslich in ihren Ausbildungsseminaren, sondern auch in jeder Übungsstunde mit Laien zum Ausdruck – den Menschen nicht nur eine Hilfe zur Erhaltung und Unterstützung der physischen Gesundheit zu geben, sondern ihnen über die ausgleichenden, harmonisierenden körperlichen Übungen ihre eigenen, inneren Ressourcen, ihr psychisch-geistiges Potential zu erschliessen und zur Entfaltung zu bringen.

Seit einigen Jahren widmete sie sich ausschliesslich ihren Gruppenkursen und genoss mit zunehmendem Alter das Zusammensein mit ihrer Schwester, die Ruhe im Haus und ihre Gartenarbeit.

Die Methode bleibt lebendig, wird von vielen Atempädagoginnen weiter vermittelt und gepflegt. Leider geht mit dem Ableben von Maja Wolf aber die Geschichte der Atemschule Methode Klara Wolf als Ausbildungsstätte und Kursort am Wildenrain in Brugg zu Ende.

Für ihren lebenslangen Einsatz, für ihr Interesse an der Arbeit und für ihre Zugewandtheit zu den Menschen – zum Wohl von allen Teilnehmenden an ihren Ausbildungsseminaren und Gruppenkursen – gebührt Maja Wolf ein grosser Dank.

Auf Wiedersehen